Liberaler Stammtisch:Windräder im Ekerner Moor
Liberaler Stammtisch: Windräder im Ekerner Moor sorgen für Diskussion
Beim Liberalen Stammtisch am Montag, 6. Juli, drehte sich alles um die geplanten Windräder im Ekerner Moor. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um den Impulsvortrag von Frau Dr. Buckisch-Urbanke von der Initiative “Zukunft Biotop Ekerner Moor” zu hören.
Die Referentin gab zunächst einen Überblick über Definition, Aufbau und die vielfältigen Funktionen eines Moores – allen voran seine Fähigkeit, große Mengen Wasser zu speichern. In diesem Zusammenhang wies sie darauf hin, dass die Gemeinde den Bau eines aufwendigen Regenwasserrückhaltebeckens mit viel Beton plant. Einfacher wäre es, das Moor zu erhalten statt es zu zerstören – schließlich verfügt es über eine deutlich größere Wasserspeicherkapazität als das geplante Becken.
Ein Satz blieb besonders im Gedächtnis: “Ein Schatz, der sich vor rund 8000 Jahren gebildet hat.”
Konkret sind mitten im Moor zwei Flächen ausgewiesen, auf denen drei beziehungsweise zwei Windräder entstehen sollen. Für die größere Fläche liegt die Baugenehmigung bereits vor. Widerstand regt sich jetzt vor allem bei den Eigentümern und Anliegern der benötigten Zuwegungen: Für rund 8000 Fahrten mit 20-30-Tonnen-LKW zum Transport der Bauteile müsste unter anderem eine alte Eichenallee weichen – auch wenn der Betreiber dies herunterspielt. Da Eichen als Lebewesen im Verbund wachsen, sterben mit den gefällten Bäumen häufig auch die verbleibenden.
Zudem würde das Moor auch entlang dieser Zuwegungen Schaden nehmen: Die dünne, wasserundurchlässige Sandschicht würde durch die schweren LKW regelrecht zerbröselt.
Ein Randaspekt der Diskussion: Neue Torfabbaugenehmigungen werden landesrechtlich ohnehin nicht mehr erteilt – bestehende laufen künftig einfach aus. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft empfiehlt zudem torffreie Erde für Hobbygärtner, allerdings bislang nur als Empfehlung, nicht verpflichtend.
Wie aktuell das Thema ist, zeigt sich auch anderswo: Im benachbarten Rastede wird derzeit gegen Windräder im Ipweger Moor gekämpft.